Auswanderer im Interview: Von America nach Spanien

Spanien ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel für viele Menschen. Aber könnt ihr euch vorstellen dort zu leben? Kate von Kate’s Travel Tips erzählt uns ihre persönliche Geschichte, Erfahrungen und was Sie vom spanischen Lebensstil hält. 

Hi Kate, erzähl uns ein wenig über dich…

Ich komme ursprünglich aus einer kleinen Stadt in der Forgotten Coast of Florida. Mein Plan war es ein Jahr in Spanien zu bleiben und dann nach Hause zurückzukehren. Nach ein paar Monaten in Andalusien habe ich mich in Spanien (und einen Spanier) verliebt und seitdem bin ich nun hier.

Der Umzug ins Ausland hat mir geholfen meine Liebe zum Reisen zu entdecken. Im Jahr 2011 hatte ich nur 7 Länder besucht und jetzt bin ich schon bei 32!

Kate im Flamenco Kleid

Was war der Hauptgrund für den Umzug nach Spanien?

Ich nahm an einem Lehraustauschprogramm teil, das vom spanischen Bildungsministerium organisiert wurde. Sobald man akzeptiert ist, können amerikanische Bewerber für neun Monate nach Spanien ziehen und als Lehrassistentin in einer öffentlichen Schule arbeiten.

Ich bin nicht wirklich ein „Lehrer“ aber die Erfahrung war lustig und einfach – plus man hatte soviel Freizeit zum Reisen!

War es einfach sofort Arbeit zu finden oder bist du eine sogenannte digitale Nomade?

Ich hatte das Lehraustauschprogramm bereits vor meiner Ankunft vorbereitet. Wenn jemand jedoch ohne Job einreisen würde, wäre es leicht einen Job zu finden, wenn man Englisch unterrichten möchte. Man kann entweder Privatunterricht geben oder (illegal) an einer Akademie arbeiten.

Das Hauptproblem für Amerikaner ist ein Arbeitsvisum zu bekommen, sobald man hierher gezogen ist. Wenn man längerfristig bleiben möchten, sollte man auf jeden Fall ein Arbeitsvisum beantragen bevor man hierher zieht oder man wird aus dem Land ausgewiesen.

Kate’s Hochzeit in Spanien

Wie sieht es mit den Lebenshaltungskosten aus?

Die Lebenshaltungskosten in Sanlúcar de Barrameda sind sehr günstig. Zum Beispiel hatte ich eine Wohnung mit vier Schlafzimmern und zwei Bäder, nur vier Blocks vom Strand entfernt und bezahlte gerade einmal 450 € pro Monat für alles. Nebenkosten und Lebensmittel sind auch super billig.

In den größeren Städten kann es jedoch teurer sein. Meine Wohnung in Sevilla war 700 € pro Monat (zwei Betten, zwei Bäder) im Stadtzentrum. Ich kann mir vorstellen, dass Städte wie Madrid, Malaga, Barcelona usw. im Vergleich um einiges teuer sind.

Ist es einfach mit Einheimischen in Kontakt zu treten oder gibt es Sprachbarrieren?

In meinem Fall war es einfach sich mit Einheimischen zu verbinden aber die Sprache ist definitiv eine Barriere. Ich wohne in einer mittelgroßen Stadt in der Provinz Cádiz und hier spricht niemand Englisch. Wenn man zum Supermarkt, zur Arztpraxis, zur Bank usw. gehen will, muss man Spanisch sprechen.

Trotz der Sprachbarriere sind die Menschen sehr freundlich und die Meisten von ihnen schätzen den Versuch ihre Sprache zu sprechen. In kleineren Städten finde ich es einfacher lokale Freunde zu finden, da die Leute offener sind.

In großen Städten sind die Menschen an Touristen gewöhnt, so dass sie nicht wirklich daran interessiert sind, dich kennen zu lernen, wenn sie nicht gerade Englisch üben wollen.

Kate und ihre Freunde in Seville

Was ist das beste am Leben in Spanien und deine Lieblingsbeschäftigung?

Das Leben in Spanien hat mir beigebracht einen Gang herunterzuschalten und im Hier und Jetzt das Leben zu genießen. Wenn ich zum Beispiel Kaffee trinken gehe, dann nehme ich den nicht mehr mit, sondern will mich hinsetzen und ihn in Ruhe genießen.

Das Gleiche gilt für Mahlzeiten oder wenn ich Zeit mit Freunden und Familie verbringe. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es an einem sonnigen Samstagnachmittag mit meinen Freunden auszugehen, ein 3-stündiges Mittagessen in einem Restaurant am Meer zu genießen und dann bis zum Sonnenuntergang Barhopping zu gehen. Bier kostet nur 1€ und Tapas sind billig, also ist es definitiv erschwinglich. 😉

Kannst du eine lustige / typische Tradition aus Spanien teilen?

Ich denke die Meisten von uns haben von der spanischen Siesta gehört, oder? Nun, das ist in vielen Städten im Süden tatsächlich der Fall. Sanlúcar wird jeden Tag zwischen 14 und 17 Uhr geschlossen. Keine Restaurants sind geöffnet, keine Geschäfte, keine Apotheken etc.

Die einzige Option ist nach Hause zu gehen und zu entspannen. Lasst uns nicht vergessen, dass Spanier die zweitlängste Lebenserwartung der Welt haben, also scheint an der  Siesta vielleicht wirklich etwas dran zu sein!

Sonnenuntergang in Spanien 

Was war deine größte Herausforderung, als du nach Spanien gezogen bist?

Sich an den langsameren Lebensstil zu gewöhnen war zunächst eine Herausforderung. Ich war so genervt wenn während der Siesta und an Sonntagen alles geschlossen war.

Nach 7 Jahren kann ich es mir jedoch nicht mehr ohne vorstellen. Wer möchte schon während des heißesten Teils des Tages Besorgungen machen (im Sommer bis zu 40 ° C)? Nicht ich!

Hast du ein paar Fakten über Spanien, von denen die meisten Menschen sicherlich nichts wissen?

Spanier trinken nicht wirklich Sangria oder zumindest nicht dort, wo ich lebe. Die Einheimischen trinken gewöhnlich Tinto de Verano (Sommerwein) bei dem es sich um Rotwein handelt, der mit Zitronenlimonade oder Sprite gemischt ist.

Was würdest du Menschen, die nach Spanien ziehen möchten als Tipp geben?

Geht in den Süden! Andalusien hat billigen Wein, viele lokale Veranstaltungen und Feste, leckere Tapas, viel Sonne … was will man mehr? Ich bin teilweise im Süden aber hier ist es sonniger, also denke ich, dass die Leute freundlicher sind. Das ist jedoch nur meine Meinung ! 😉

Plaza de España in Sevilla

Was ist der größte Unterschied zwischen deinem Heimatland USA und Spanien?

Ich merke den großen Unterschied immer in den Essensplänen, wenn Familie und Freunde mich in Spanien besuchen. In den USA gab es Frühstück um 8 Uhr, Mittagessen um 11 Uhr und Abendessen um 19 Uhr. In Spanien gibt es Frühstück um 10 Uhr, Mittagessen um 3 Uhr, und das Abendessen kann um 21 Uhr oder sogar erst 23 Uhr beginnen.

Es ist eine ernste Umstellung für Amerikaner und es dauert normalerweise ein paar Tage bis sich meine Familie und Freunde an unseren Alltag in Spanien gewöhnt haben.

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