DMZ Tour in Südkorea – wie man Nordkorea ohne Visa besuchen kann

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Eine Sache, die ich schon immer machen wollte, war die DMZ Tour in Südkorea, einschließlich JSA (Joint Security Area). Lasst mich euch alles im Detail erklären.

Was ist DMZ?

Die DMZ ist im Grunde ein 4km langer Landstrich von Ost nach West, der Nordkorea und Südkorea voneinander trennt. Südkorea besitzt im Grunde die 2km nach Süden und Nordkorea die 2km nach Norden. In der Mitte befindet sich eine Linie die beide Länder voneinander trennt und als MDL (Military Demarcation Line) bezeichnet wird.

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DMZ Tour in Südkorea

Verschiedene DMZ Tour Angebote und Anbieter

Um die DMZ zu besuchen, muss man eine Tour buchen. Es gibt keine Möglichkeit diese Zone alleine zu betreten, da eine militärische Begleitung benötigt wird.

Es gibt Unmengen von Reiseanbietern, die diese Tour anbieten. Vergleicht am Besten im Voraus ein paar Anbieter und entscheidet euch dann für das beste Angebot. Ich habe KBT Tours gewählt und über GetYourGuide gebucht.

Eine Sache die man wissen muss ist, dass man auch nur eine DMZ Tour machen kann, bei der man nicht die JSA besucht. Diese ist viel billiger und man wird nur die ersten 4 Stopps, die ich unten genauer erläutere, besuchen. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass die Erfahrung nicht vollständig ist, wenn man JSA auslässt.

Fun Fact

Nordkorea bietet genau die gleichen Touren an, nur mit dem Unterschied, dass es um die 1000$ kostet. Ist das nicht verrückt?

Anscheinend ist der Tourismus eine Möglichkeit ausländisches Geld ins Land zu bringen. Die meisten nordkoreanischen Touristen kommen aus China und Russland.

Während die Reiseleiter und Soldaten auf der südkoreanischen Seite einen dazu auffordern, alles zu fragen, was man wissen möchten, darf man wohl in Nordkorea keine Fragen stellen.

Kleiderordnung

Die Kleiderordnung für den Besuch der DMZ ist ziemlich streng aber auch logisch. Man muss geschlossene Schuhe tragen. Es sind also keine Flip Flops oder Sandalen erlaubt. Hosen müssen auch lang sein und dürfen nicht aufgerissen sein oder Löcher haben. Röcke und Kleider müssen mindestens knielang sein.

Grundsätzlich sollte man nicht unordentlich aussehen oder ein Shirt mit einem beleidigenden Slogan tragen, da Nordkorea Fotos als Propaganda verwendet, um zu sagen, dass andere Länder zu arm sind, um sich Kleidung leisten zu können.

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Kleiderordnung für Besuch in der DMZ

Unsere Stationen während der DMZ Tour

1. Stopp: Dritter Tunnel

Der erste Stopp während der DMZ Tour in Südkorea ist ungefähr 2 Autostunden von Seoul entfernt und bringt einen zum Dritten Tunnel.

Nordkorea hat nämlich mehrere Tunnel unter der DMZ gebaut, um Südkorea anzugreifen. Insgesamt wurden bis heute 4 Tunnel gefunden, die alle nach Seoul führen. Der letzte wurde erst 1990 entdeckt aber es wird vermutet, dass es noch viele mehr gibt.

Pro Stunde könnten etwa 30.000 Soldaten durch diesen Tunnel marschieren, wenn Südkorea ihn nicht entdeckt und Nordkorea ihn genutzt hätte. Nachdem man Nordkorea auf diese Tunnel ansprach, sagten sie, dass sie nach Kohle gegraben hätten. Sie haben sogar Teile der Mauer schwarz gemacht, um es so aussehen zu lassen.

Im Dritten Tunnel konnten wir leider keine Fotos machen, haben ihn jedoch betreten. Es dauerte ungefähr 10 Minuten und war ein ziemlich steiler Weg auf und ab. Es gab sogar Stellen an denen man noch sehen konnte, dass hier Dynamit verwendet wurde.

2. Station: Dora Aussichtsplattform

Unser 2. Stopp während der DMZ Tour in Südkorea war die Aussichtsplattform, von welcher aus man nach Nordkorea schauen konnte. Auf der Aussichtsplattform befinden sich Ferngläser, die man kostenlos nutzen kann.

Man wird zwei Friedensdörfer sehen, eines auf der südkoreanischen und eines auf nordkoreanischen Seite. Dies sind die einzigen Dörfer, die in der DMZ erlaubt sind.

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Dora Aussichtsplattform

Friedensdorf Nordkorea

Auf der nordkoreanischen Seite sieht man das Friedensdorf Kijong-dong – ein Propagandadorf (Fake), welches von Nordkorea errichtet wurde, um die Menschen zu ermutigen, sich Nordkorea anzuschließen. Laut Nordkorea leben dort 200 Menschen und es gibt eine Schule, einen Kindergarten, ein Krankenhaus und so weiter.

Anscheinend sind die Fenster auf die Hauswände gemalt und nicht echt. Die Häuser haben nicht einmal Fußböden, da man sehen kann, wie die Lichter nach unten hin immer schwächer werden. Die Häuser sind praktisch alle leer.

Nordkorea schaltet jeden Tag zur gleichen Zeit in denselben Häusern das Licht an und lässt Leute dort herumlaufen, um die Illusion der dort lebenden Menschen zu bewahren. In Wirklichkeit sind diese Leute jedoch von der Armee. Es wird sogar Propagandamusik über Lautsprecher gespielt.

Schließlich sieht man noch einen Fahnenmast, der auf der nordkoreanischen Seite etwa 160 m hoch ist. Sie haben diesen nur errichtet, um einen größeren Fahnenmast als Südkorea zu haben, der ungefähr 100m hoch ist.

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Friedensdorf Kijong-dong in Nordkorea

Friedensdorf Südkorea 

Auf der südkoreanischen Seite sieht man das Friedensdorf Daeseong-dong, nur mit dem Unterschied, dass dort tatsächlich Menschen leben.

In diesem Dorf leben ungefähr 400 Menschen, darunter viele pensionierte Militärleute, die einige Vorteile aber auch Einschränkungen haben.

Menschen, die in Daeseong-dong leben dürfen, sind Menschen die vor dem Bürgerkrieg in dieser Gegend gelebt haben, als es noch keine DMZ gab. Es gibt auch eine Bedingung, um in diesem Dorf leben zu dürfen und zwar muss man mindestens 8 Monate im Jahr dort leben, sonst verliert man die Residenz.

Da die Menschen inmitten der DMZ leben, haben sie eine Art Ausgangssperre und können nur zwischen 8.00 Uhr und 23.00 Uhr durch den Kontrollpunkt ein- und ausgehen. Jedes Mal müssen sie ihre Pässe überprüfen lassen. Auch wenn sie Besucher empfangen möchten, müssen diese 2 Wochen vorher eine militärische Begleitung beantragen.

Zu Vorteilen der Bewohner zählen, dass sie keine Steuern zahlen müssen und von nationalen Verteidigungsabgaben befreit sind, sowie das höchste Einkommen für Landwirtschaft in Südkorea erhalten.

3. Stopp: Dorasan Station

Der 3. Stopp während der DMZ Tour in Südkorea war der Bahnhof Dorasan. Es ist der nördlichste und letzte Bahnhof in Südkorea, der einen theoretisch in die Hauptstadt Nordkoreas bringen könnte.

Bis heute ist dieser nicht wirklich in Gebrauch, sondern dient als Symbol der Hoffnung für eine koreanische Wiedervereinigung. Hoffentlich kann man ihn eines Tages wieder verwenden.

Am Dorasan Bahnhof kann man für ca. 1€ die Vereinigungsplattform besichtigen und / oder einfach Stempel bekommen.

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Dorasan Station in Südkorea

4. Stopp: Imjingak Park und Mittagessen

Der 4. Stopp während der DMZ Tour in Südkorea war im Imjingak Park. Dort findet man viele Kunstwerke und Denkmäler, die mit dem Koreakrieg zu tun haben. Zum Beispiel einen Zug, der mehr als 1000 Kugeln überlebt hat, die Freiheitsbrücke über die Kriegsgefangene nach dem Krieg gegangen sind und vieles mehr.

Wir waren für 2 Stunden in diesem Park, weil Mittagessen in unserem Ticket mit enthalten war. Wir bekamen ein super leckeres koreanisches Mittagessen mit Rindfleisch und verschiedenen Vorspeisen serviert. Für Vegetarier und Veganer gab es auch Möglichkeiten.

5. Stopp: JSA (Joint Security Area)

Unser letzter und wahrscheinlich aufregendster Stopp während der gesamten DMZ Tour in Südkorea war JSA (Joint Security Area). Die JSA ist der Kommunikationspunkt für beide Seiten, wo Meetings und Konferenzen abgehalten werden.

Die Tour wurde von amerikanischen Soldaten (United Nations Command) durchgeführt, die dort stationiert waren, da Südkorea und Nordkorea selbst keine Lösung finden konnten. Der Konflikt wurde deshalb an die Vereinten Nationen übergeben.

Man wird gebeten alle Sachen im Bus zu lassen und nur die Kamera und privates, wie Portmonee, mitzunehmen. Dies dient eher zum eigenen Schutz, um nicht versehentlich dort etwas zu verlieren, da man nicht erneut eintreten kann, um es zurückzubekommen.

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Amerikanischer Soldat in der JSA

Freiheitshaus

Als wir in der JSA ankamen, haben wir uns zuerst einen 15-minütigen Film über die Geschichte angesehen. Dann wurden wir zuerst, mit dem Militärbus, zum Freiheitshaus gefahren.

Dieses Haus wurde ursprünglich für die Zusammenführung von Familien beider Seiten gebaut aber nie für diesen Zweck genutzt, da Nordkorea den Menschen nicht erlaubte, die Grenze zu überschreiten.

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Vor dem Freiheitshaus in Südkorea

Konferenzraum

Nach dem Freiheitshaus wurden wir in den berühmten Konferenzraum gebracht. Die Soldaten sagten uns vorab, dass wir auf nichts zeigen, winken oder irgendwelche Handbewegungen machen sollten, da wir die ganze Zeit von Nordkorea beobachtet werden.

Ihr werdet feststellen, dass einige Gebäude grau und andere blau sind. Die Blauen gehören zu Südkorea und die Grauen zu Nordkorea. Nordkoreas Gebäude sind immer größer, einschließlich ihres Freiheitshaus. 

Schließlich werdet ihr auch den Betonboden neben dem Konferenzraum bemerken, welcher auf beiden Seiten anders aussieht und im Grunde die Grenzlinie markiert.

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Konferenzraum

In diesem Konferenzraum hat man die einzigartige Gelegenheit die Grenze zu überschreiten und ein paar Minuten, ohne Visa, in Nordkorea zu sein. Die Grenze wird tatsächlich durch einen Tisch in der Mitte des Raumes markiert.

Im hinteren Teil des Raums sieht man eine blaue Tür, die von einem Soldaten schwer bewacht wird, da man durch diese Tür direkt nach Nordkorea gelangt. Es wird erwähnt, dass wenn man durch diese Tür geht, man nichts mehr für einen tun kann. Natürlich wird man jedoch vorher davon abgehalten diese Tür überhaupt zu durchqueren.

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Außerhalb des Konferenzraums

Außerhalb des Konferenzraums kann man normalerweise nordkoreanische und südkoreanische Soldaten beobachten, die jeweils ihre Seiten bewachen. Die nordkoreanischen Soldaten tauchen jedoch nicht oft auf, nur wenn sie selbst ein Meeting haben.

So, das war die kurze Geschichtsstunde über Südkorea und Nordkorea. Ich hoffe ihr habt diese DMZ Tour in Südkorea genauso genossen wie ich und bucht vielleicht auch eine, wenn ihr in Seoul seid.

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